Wiki zum Buch "Nichts - Was im Leben wichtig ist"
Das Buch „Nichts - Was im Leben wichtig ist“ von der dänischen Schriftstellerin Jane Teller wurde 2000 veröffentlicht. Es ist in der Ich-Form verfasst.
Zusammenfassung
Agnes, eine 7. Klässlerin aus dem kleinen fiktiven Ort Taering ist die Erzählerin der Geschichte. Nachdem ihr Klassenkamerad Pierre Anthon am ersten Schultag nach den Sommerferien die Klasse verlässt, da er in nichts mehr einen Sinn sieht, kommt eine Geschichte ins Rollen, die niemand vorhersehen konnte.
Pierre Anthon setzt sich auf einen Pflaumenbaum und demonstriert in seinem Nichtstun seine nihilistische Weltanschauung. Agnes und ihre Klassenkameraden fühlen sich dadurch provoziert. Als Teenager stecken sie in einer Phase, in der die Suche nach der eigenen Identität und ihrem Platz in der Gesellschaft von zentraler Bedeutung ist. Durch Pierre Anthon wird ihnen vor Augen geführt, dass jegliches Streben nach Ruhm und Besitz, jegliches Träumen von einer besseren Zukunft im Prinzip sinnlos ist, da nichts davon ins Grab mitgenommen werden kann. Man spürt den inneren Kampf der Jugendlichen zwischen „Aus uns soll etwas werden“ (S. 9) und dem „In wenigen Jahren seid ihr alle tot und vergessen und nichts, (…).“ (S. 12) Pierre Anthon sitzt die ganze Zeit auf seinem Pflaumenbaum und wirft den anderen seine Argumente und Pflaumen an den Kopf. Der Versuch der Klassenkameraden, ihn gewaltsam durch Bewerfen von Steinen vom Baum bzw. von seinen Ansichten zu trennen, schlägt fehl.
Nachdem die SchülerInnen begriffen haben, dass sich Pierre Anthon nicht so leicht von seiner Überzeugung abbringen lässt, beschliessen sie, gegen die Sinnlosigkeit anzukämpfen, indem sie in einem alten Sägewerk einen Berg der Bedeutung anhäufen. Es beginnt harmlos mit ein paar Gegenständen, welche die SchülerInnen sowieso nicht mehr brauchen. Allerdings fehlt den Gegenständen eine echte Bedeutung. In dem Moment, in dem Dennis von den anderen gezwungen wird, die letzten vier seiner geliebten Dungeons & Dragons Bücher zu opfern, kippt die Dynamik und das Unheil nimmt seinen Lauf. „Als Dennis die letzten vier seiner Dungeons & Dragons-Bücher abgeliefert hatte, schien der Bedeutungsstein so richtig ins Rollen zu kommen.“ (S. 28) In der Folge darf diejenige Person, die an der Reihe ist, etwas zu opfern, die nächste Person und deren Opfergabe bestimmen. Es entsteht eine Gruppendynamik, der sich jeder beugt. Von nun an will sich jeder für sein erbrachtes Opfer rächen. „Ich schaute auf meine nackten Füsse und beschloss, dafür müsse Gerda bezahlen.“ (S. 30) Persönliches Leid schlägt in Rache um. Die Opfer werden immer extremer, bis zuletzt dem Anführer der Gruppe, Jan-Johann, der Zeigefinger abgeschnitten wird. Statt die echte Bedeutung zu finden, verlieren die Jugendlichen immer mehr ihre Menschlichkeit und Moral.
Der letzte Teil des Buches gipfelt in einer tödlichen Eskalation. Der Berg der Bedeutung wird für viel Geld an ein Kunstmuseum verkauft. Aber genau dadurch entlarvt er sich als leer. „Damit, dass wir den Berg der Bedeutung verkauft hatten, verlor er die Bedeutung.“ (S. 127) Die Ernüchterung über diese Erkenntnis schlägt zuletzt in Hass um. Zunächst kämpfen alle gegen alle, dann wird Pierre Anthon zu Tode geprügelt. Das Feuer, welches ihn und den Berg der Bedeutung verschluckt, führt zum endgültigen Zusammenbruch der Sinnkonstruktion. Zurück bleibt Leere und Schuld.
(Dieses Wiki basiert auf meiner eigenen Meinung und meiner eigenen Interpretation des Buches. Es besteht keinen Anspruch auf Richtigkeit.)
