Gewalt

Gewalt ist eines der zentralen Themen des Buches. Sie spielt von Seite zu Seite eine grössere Rolle. Zuerst richtet sich die Gewalt gegen Pierre Anthon, der mit Steinen beworfen wird. Danach sind die Jugendlichen auch untereinander gewalttätig. So wird zum Beispiel Hussein von Ole und Hans verprügelt, weil er den Gebetsteppich nicht opfern will. Die Gewalt wird noch grausamer, indem zum Beispiel Aschenputtel geköpft wird und Jan-Johan der Finger abgehackt wird. Am Schluss wird sogar der Tod eines Menschen in Kauf genommen.

Die Eskalation der Gewalt ist nur deshalb möglich, weil die Klasse als Gruppe handelt. Einzelne Personen können oder wollen sich nicht gegen die Ideen der Anführer wehren. Niemand fühlt sich verantwortlich. Jeder macht bei den gewaltsamen Aktionen mit, weil die anderen auch mitmachen. So kommen immer schlimmere Taten und Opfer zustande. Dazu kommt noch, dass sich jeder für sein eigenes Opfer rächen will. Jede Person erfährt dadurch Leid, dass sie gezwungen wird, etwas, was ihr etwas bedeutet, zu opfern. Um sich dafür zu rächen, wird ein noch grausameres Opfer gewählt, das mit Gewalt erzwungen wird. Durch diese Mechanismen stumpfen die Jugendlichen ab. Gewalt wird durch noch mehr Gewalt gerächt. Eigenes Leid rechtfertigt die Gewalt an anderen.

Die gewalttätigen Aktionen werden von der Erzählerin Agnes nüchtern beschrieben, ohne eine Bewertung. Genau dieser Erzählstil macht das Lesen des Buches beklemmend. Die Erzählerin überlässt es dem Leser bzw. der Leserin selbst, mit der beschriebenen Gewalt klar zu kommen.

Definition von Gewalt: jeden körperlichen und/oder seelischen Zwang gegenüber Menschen – und alle Handlungen, die Tiere oder Dinge schädigen.