Agnes ist die Ich-Erzählerin des Romans. Einerseits nimmt sie eine Aussenperspektive ein, andererseits ist sie als Zeugin und Akteurin gleichzeitig auch Teil der Geschichte. Man merkt an ihrem Erzählstil, dass die Geschehnisse schon acht Jahre zurückliegen, denn die Erzählung wirkt eher neutral und distanziert. Man spürt, dass sie irgendwie traumatisiert ist, weil sie sich damals in die Gruppendynamik verwickeln liess und somit eine Mitschuld daran trägt, dass am Ende etwas Schreckliches passiert ist.
Immer wieder kommen in ihrer Erzählung Steigerungen vor. Z.B. „Angst. Mehr Angst. Am meisten Angst.“ (S. 9). Diese Textstellen widerspiegeln die Zuspitzung der Erzählung. Was harmlos beginnt, steigert sich im Laufe der Handlung ins Extreme. Die Opfer werden extremer, der Gruppendruck wird extremer, und die Gewalt wird extremer.
In der Geschichte ist Agnes eine Schülerin der Klasse 7 A. Ihre beste Freundin heisst Marie-Ursula.
Am Anfang wirkt Agnes nachdenklich, aber ziemlich bald auch immer gewaltbereiter und rachesüchtig. Als Pierre Anthon es wagt, einfach aus dem Klassenzimmer zu gehen, löst das in ihr zugleich Bewunderung und Verachtung aus. „Die Tür lächelte. Es war das erste Mal, dass ich sie das tun sah. Mir kam die angelehnte Tür wie ein breit grinsendes Maul vor, das mich verschlingen würde, wenn ich mich dazu verlocken liess, Pierre Anthon nach draussen zu folgen.“ (S. 9) Zuerst versucht sie Pierre Anthon mit Argumenten zu begegnen, danach schlägt sie vor, ihn gewaltsam vom Baum zu holen. „Dann müsst ihr ihn verprügeln.“ (S. 16)
Agnes ist die Einzige, die von Pierre Anthon persönlich verbal attackiert wird. „Du wirst bestimmt Designerin und stöckelst auf hohen Schuhen herum und spielst die Smarte (…). Aber du wirst feststellen, dass du ein Clown in irgendeinem überflüssigen Zirkus bist, (…). Und du wirst feststellen, dass der Ruhm und die grosse Welt ausserhalb von dir sind, dass aber innen nichts ist und dass es auch so bleiben wird, egal was du tust.“ (S. 23)
Agnes ist zwar sofort dabei, als Sofie den Vorschlag mit dem Berg der Bedeutung macht. Allerdings hat sie auch ihre Zweifel, als die Dynamik kippt und nun jeder die nächste Person und deren Opfer bestimmen darf. „Das funktioniert doch nicht.“ (S. 28) Die anderen hören aber nicht auf sie und so ist sie eine der ersten Personen, die unter dem Gruppendruck etwas mit wirklicher Bedeutung opfern muss, nämlich ihre geliebten grünen Sandalen. Dies macht sie sehr wütend. Vor allem auf Gerda, die ihre grünen Sandalen bemerkt hat. Deshalb verlangt sie von ihr das nächste Opfer, den kleinen Hamster „klein Oskar“.
Im letzten Teil des Buchs, versucht Agnes alles, um Pierre Anthon den fertigen Berg der Bedeutung zeigen zu können. Sie hat die Idee, die Zeitung zu informieren, um ihn neugierig zu machen. Ohne Erfolg. „Alle waren beeindruckt. Alle, bis auf Pierre Anthon.“ (S. 112) Erst als die Gruppe über die Bedeutung bzw. Bedeutungslosigkeit des Bergs der Bedeutung in Streit gerät, schafft sie es, Pierre Anthon endlich vom Baum zu locken. Die Gewalt, die ihm im Sägewerk angetan wird, rechtfertigt Agnes damit, dass er die Gruppe verhöhnt und ihnen den Berg der Bedeutung damit wegnimmt. „Wir wussten nur, dass es Pierre Anthons Schuld war. Und dass er dafür bezahlen musste.“ (S.135)